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Probefahren mit dem Hybrid

Reading Time: 4 minutes
Obwohl mein aktueller Wagen noch gut ein Jahr mir erhalten bleiben wird, bis das Leasing ausläuft, schaue ich mich schon jetzt um. Eigentlich deswegen, weil ich etwas Spaß daran habe.

Da ich sehr viel Stadt fahre und kein allzu großes Auto benötige, ohne aber nicht auskomme, kam mir in den Sinn, doch etwas in Sachen Umweltschutz zu unternehmen.

Nun bin ich letztens mal über die Werbung für die Hybrid Modelle von Honda gestolpert. Also habe ich versucht, eine Probefahrt mit einem dieser Modelle zu bekommen. Leider gab es auf der Webseite von Honda einen 404 Fehler. Via Twitter hatte sich aber RuckZuck ein Honda Mitarbeiter gemeldet, den Fehler aufgenommen und mir eine Probefahrt mit dem Honda Insight vermittelt.

Über die Form des Insight lässt sich sicher diskutieren. Mir persönlich gefällt sie mal so rein gar nicht. Die Rücksicht ist, durch die seltsame Form des Hecks auch nicht sehr gut. Dies ist aber persönlicher Geschmack und sicher auch Gewöhnung.

Mich interessierten eher die ‚inneren Werte‘ wie Verbrauch und Fahrkomfort.
Der Insight fährt nicht mit dem Elektromotor. Dieser unterstützt den Verbrennungsmotor nur und hilft dadurch, Sprit zu sparen. Der Akku für den E-Motor wird durch das Bremsen (Energierückgewinnung) und bei schnellerem Fahren auch durch Verbrennungsmotor geladen.


Das sehr gewöhnungsbdürftige Cockpit zeigt eine recht deutlich, wie sparsam, bzw. umweltschonend man fährt und hält einem auch über den Ladezustand des Akkus, etc auf dem Laufenden.

Irritierend für mich war das Fehlen der Tachonadel! Bisher nehme ich den Stand der Nadel aus dem Augenwinkel wahr und in Verbindung mit dem Motorengeräusch, kann ich recht gut meine Geschwindigkeit abschätzen. Wie wohl jeder andere erfahrene Fahrer auch; man schaut nicht dauernd auf den Tacho.
Beim Insight musst ich aber in das ‚Mäusekino‘ schauen, weil die Geschwindigkeit dort in Zahlen angezeigt wird. Daran muss müsste ich mich gewöhnen – würde ich aber auch.

Bei meiner Probefahrt durch die Stadt, etwas Überland und Autobahn wurde mir sehr schnell klar, dass der Insight total träge ist! Mit 102 PS (88 PS aus dem Verbrennungsmotor und 14 aus dem E-Motor) bei 1,3 Liter Hubraum kommt das Ding kaum vom Fleck. Sparspaß ist etwas total anderes!
Ok, vielleicht sagt nun jemand, was hat hier Fahrspaß zu suchen?! Es geht um Umweltschutz. Fast richtig! Ich will und kann auf mein Auto nicht verzichten, möchte aber dennoch etwas für die Umwelt tun. Darüber will ich aber weder philosophiere noch diskutieren. Zurück zur Probefahrt.

Hinzu kommt, dass der Insight sehr schnell recht laut wird! Unangenehm laut. Ich war entsetzt!

All die Tatsachen, in Verbindung mit dem Punkt, dass der Verbrauch des Insight mit 4,6 L/100 Km angegeben ist, machten mir den Wagen nicht schmackhaft.

Daher habe ich gestern dann den Toyota Prius Hybrid probegefahren.

Der erste Gedanke war, dass der Prius ja genauso dämlich aussieht, wie der Insight. Jepp, das tut er – von außen. Innen ist er etwas anderes.
Zwar ist auch beim Prius das Cockpit sehr modern und eine Tachonadel suche ich auch hier vergebens aber alles wirkt aufgeräumter und stimmiger. Vielleicht habe ich mich aber auch schon ein wenig daran gewöhnt, das möchte ich nicht ausschließen.

Cockpit Toyota Prius

Hinzukommt, das bei dem Prius die Geschwindigkeit und die Angabe zur Fahrweise auf die Windschutzscheibe projiziert wird. (Stichwort HUD). Es fällt kaum auf, stört nicht aber dennoch habe ich es wahr genommen. Echt toll!

Das Fahren mit dem Prius machte Spaß! Wenn man mit dem Gas sehr vorsichtig umgeht, fährt er mit dem E-Motor an und ich habe es sogar geschafft, bis gut über 50 Km/h nur mit dem E-Motor zu fahren. Die Verbrauchsanzeige dankte es mir mit einem freundlichen „0 Liter auf 100 Km“! Sehr entspannend.
Natürlich setzt der Verbrennungsmotor oft ein. Einmal, weil ich noch nicht so sanft anfahren kann und weil irgendwann der Akku leer ist oder der E-Motor nicht mehr die Nötige Leistung allein erbringen kann.

Dennoch, gerade in der Stadt, wenn viel Verkehr herrscht kann man sicher sehr lange im E-Modus fahren und damit dann spritsparend und auch mit einem deutliche niedrigeren Geräuschpegel! Echt toll!

Auf der Landstraße und der Autobahn zieht der Prius doch deutlich flotter und es macht Spaß ihn zu fahren. Natürlich ist das Fahrgefühl noch weit von einer PS-starken Maschine entfernt aber es ist kein Vergleich zum Insight!

In Sachen Lautstärke ist der Prius Klasse! Fährt man mit dem E-Motor ist es natürlich sehr leise. Letztlich sind es nur die normalen Außen- und Windgeräusche die man hört. Wenn der Verbrennungsmotor an ist, dann ist der Wagen aber auch nicht wirklich laut. Nicht lauter als erwartet oder andere Wagen seiner Klasse. Subjektiv gefühlt vielleicht auch ein klein wenig ruhiger.

Steht man, schaltet die Start-Stopp-Automatik den Verbrennungsmotor aus und man spart Sprit und produziert keinen Lärm. Echt toll!

Der Prius hat mich in der Gesamtheit echt überzeugt. Wenn er denn nur hübscher wäre. Ist aber kein Thema, denn im September erscheint der kleine Bruder, der Auris, auch als Hybrid.
Den finde ich optisch und auch von der Größe sehr ansprechend. Ich freue mich schon auf die erste Probefahrt im Herbst!

Zu meinem (Hybrid)Glück fehlt mir also nur noch der Hybrid von Seat. Hier habe ich eine Probefahrt angefragt, allerdings noch keine Reaktion erhalten. Ich werde aber berichten.

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3 Discussions on
“Probefahren mit dem Hybrid”
  • Du hast vollkommen recht. Ich sehe es wie du – wenn es um reine Elektroautos gehen würde! Beim Hybrid wird der Akku ja durch das Bremsen aufgeladen und dann kann er den Verbrennungsmotor unterstützen. Daher gelten deine Bedenken hier nicht.

    Schau doch mal bei Wikipedia (Link findest du oben) oder bei Toyota.

  • Hallo Veriatea,

    bei den Elektrohybriden sehe ich gar keinen Sinn, da sie mit Strom fahren, was zwar für die Städte wegen Smog und Co zweifels ohne sinnig ist, aber aus „allgmeiner“ Umweltsicht absolut Sinnfrei ist.
    Möglichkeit a: Wir haben auf jedem freien Meter ein Windrad.
    Möglichkeit b: Wir pflastern die Straßen ab sofort mit Solarzellen.
    Möglichkeit c: Fussionsreaktor fertig entwickeln.

    In den anderen Fällen bleibt der gute alte „Nuklearstrom“ aus dem Kernkraftwerk unseres Vertrauens!

    Soweit meine Meinung.
    Schönen Gruß
    Crocell

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