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Biosprit

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Vor einiger Zeit hatte ich schon von dem Biosprit gehört und was ich hörte war alles andere als toll. Nun habe ich es auch ’schriftlich‘. Im Siegel steht heute ein entsprechender Artikel zu dem Thema.

Worum geht es denn? Nun, die liebe Regierung möchte es zum 1.1.2009 so haben, dass

die Pflichtbeimischung von Bioethanol vom 1. Januar 2009 an von fünf auf zehn Prozent zu erhöhen [ist].

[Quelle: Frontal2]

Dadurch wird der Sprit noch einmal teurer. War ja klar. hinzukommt, das der neugepantschte Sprit nicht von allen Autos genutzt werden kann. Er ist für bestimmte Autos ätzend. Aber keine Sorge, der Kauf eines entsprechenden Neuwagens hilft ja. oder aber man tankt Super Plus und Co,

jenen extrateuren Kraftstoff, der zu Recht wie Sauerbier in den Tanks des Mineralölkonzerns schwappt

[Quelle: Spiegel]

Dumm nur, dass dieser noch einmal ca. 10 Cent mehr kostet als das übrige Benzin.

Hm, wer außer mir denkt gerade noch, dass es hier nicht um Umweltschutz sondern um die Interessen der Industrie geht?! Die Autoindustrie kann dann mehr Neuwagen absetzen und die Mineralölkonzerne werden ihre teure Plörre los.
Oder sehe ich mal wieder alles zu schwarz und negativ?

Nun, vielleicht ist es ja doch nicht so schlimm. Denn als im November der ADAC warnte, dass Millionen von Auto betroffen seinen, nun sieht es – oh Wunder – anders aus:

Glücklicherweise kann jetzt Entwarnung gegeben werden. Nach mehreren ungnädigen Presseberichten haben alle namhaften deutschen Hersteller nochmals nachgerechnet, geprüft und getestet. Das Ergebnis: All jene Autos, die im November noch an einer Ethanol-Intoleranz litten, dürfen nun soviel Biosprit saufen, wie sie möchten.

[Quelle: Spiegel]

Soll ich mich nun beruhigt fühlen? Naja, ich weiß nicht. Was ist, wenn die Herrn Ingenieure sich nun doch wieder verrechnet haben und mein Auto doch nicht E10 tauglich ist???

Interessant ist auch, was man in dem Manuskript von Frontal21 lesen kann:

O-Ton Frontal21:
Wir haben gestern schriftliche Antworten von BMW und
Mercedes erhalten, dass alle Autos, die älter als neun
beziehungsweise zehn Jahre sind, ungeeignet sind. Allein in
Deutschland sind das schon mehrere Millionen Autos.
O-Ton Thomas Schlick, Geschäftsführer Verband der
Automobilindustrie:
Also diese Information liegt mir nicht vor.

[Quelle: Frontal21 Manuskript]

Nun, was passiert, wenn ich mich nun auf die Aussage des VDA verlasse und mein Wagen dann doch kaputt geht? Laut Spiegel ist die Lage klar:

Der Halter muss vor Gericht lediglich nachweisen, dass sein zehn Jahre altes Auto den Defekt mit hundertprozentiger Sicherheit wegen des Biosprits erlitten hat – und nicht aufgrund von Alterserscheinungen. Wenn er dies – sowie sein Tankverhalten der vergangenen fünf Jahre – lückenlos dokumentieren kann, gibt es überhaupt kein Problem. Dann kommt der Hersteller selbstverständlich für den entstandenen Schaden auf.

[Quelle: Spiegel]

Klar doch! Jeder Privatmann hebt auch 5 Jahre die Tankquittungen auf. Aber sicher…

Ich habe mal meinen Nissan Händler angerufen und der konnte mir mal gar nichts sagen. Er wird sich informieren und sich dann melden.

Nun, ich denke, momentan gibt es viele Wellen um das Thema aber am Ende wird es anders sein, als wir es uns jetzt vorstellen können.
Meine Vermutung ist ja die, dass die Regelung gar nicht eingeführt wird, wenn es wirklich die Auswirkung auf Autos hat. Denn auch wenn die Automobilindustrie sich freuen würde, wenn deren Händler, die alle den Hof voller Gebrauchtwagen hat, auf die Barrikaden gehen.

Auch in Sachen Umweltschutz ist das letzte Wort noch nicht gesprochen.

Unterdessen wachsen die Zweifel am ökologischen Nutzen von Biosprit. Wegen des größeren Bedarfs an Bioethanol sind Importe aus Asien und Südamerika unausweichlich. In vielen tropischen Exportländern werden nach wie vor neue Anbauflächen durch Abholzung von Regenwald erschlossen.

[Quelle: Frontal21]

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